Gesetzliche Krankenversicherung Selbstständige Mindestbeitrag

GKV Selbstständige Mindestbeitragshöhe

Die so genannte Mindestbeteiligung in der GKV[siehe Kasten] führt viele Selbständige an die Grenzen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit. Parität, die Beitragsbelastung für Selbständige mit niedrigem Einkommen. Auch kleine Selbständige, die sich in der GKV versichern wollen.

GKV für Selbständige: Informationen, Beitragszahlungen & Co.

Selbständige sind im Unterschied zu Arbeitnehmern nicht versicherungspflichtig und haben die Wahl: Sie können zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Für junge und vor allem gut verdienende Menschen kann die PKV zunächst billiger sein als die gesetzliche Krankenversicherung. Allerdings steigt mit zunehmendem Lebensalter die Prämie für die Privatversicherung, und ein nachträglicher Rückgriff auf die gesetzliche Krankenversicherung ist in der Regel nicht leicht.

Selbst bei schwankender Auftragssituation und teilweise nicht so hohen Einkünften aus der Selbständigkeit ist die Prämie in der Privatversicherung gleich geblieben, während sich die Ausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung an das Einkunftsniveau anpassen. Seit diesem Jahr steht die Berechnung der Beiträge für Selbständige immer unter dem Vorbehalt der GKV und wird mit der Einkommensteuerbescheinigung für das jeweilige KW-Jahr nachträglich berichtigt.

Sofern keine Steuerveranlagung mit Angaben zum Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit besteht, z.B. weil die selbstständige Erwerbstätigkeit erst kürzlich begonnen wurde, wird das erwartete Einkommen abgeschätzt. Im Falle der freigestellten sozialversicherungspflichtigen Freiberufler basiert die Berechnung der Beiträge auf allen für den Unterhalt verfügbaren Einkommen. Darin enthalten sind alle Erträge aus der Selbstständigkeit abzüglich der anfallenden Betriebskosten, wie z.B. für Räumlichkeiten, Anlagen, Loehne und Gehaelter der Mitarbeiter.

Auch alle anderen Einkommen für den Erwerb des Lebensunterhalts wie die eigene Geschäftsführungsvergütung, der Stiftungszuschuss der Arbeitsvermittlung (abzüglich eines Pauschalbetrages von 300 Euro), Pensionen und Zinseinnahmen sind beitragspflichtig. Im Übrigen sind alle anderen Einkommen für den Lebenshaltungsbereich wie die eigene Geschäftsführungsvergütung und der Stiftungszuschuss der Arbeitsvermittlung einwertbar. Die Höhe des Beitrags zur Krankenversicherung hängt davon ab, ob Sie selbstständig sind oder nicht und Ansprüche auf Krankheitsgeld haben. Die Beitragssätze ohne Krankenzusatzbeitrag betragen 14 Prozentpunkte, die Beitragssätze mit Krankengeldanspruch sind 0,6 Prozentpunkte gestiegen und kosten daher in der Regel nur wenige Zentimeter pro Jahr mehr.

Übersteigt Ihr monatliches Gesamteinkommen die aktuelle Höchstgrenze von 4.425 EUR pro Kalendermonat, werden Ihre Beitragszahlungen auf der Grundlage dieses Höchstwertes errechnet. Beträgt das Einkommen jedoch weniger als 2.283,75 EUR pro Kalendermonat, werden die Beitragszahlungen zumindest auf der Grundlage dieses Wertes, der so genannten Mindesteinkommensschwelle, errechnet. Die Mindestschwelle für die Bewertung ist für Selbstständige, die von der Arbeitsagentur einen Starthilfe- oder Einstiegszuschuss bekommen, geringer.

Es ist bei 1.522,50 EUR pro Monat. Wenn Ihr Einkommen unter dem Wert von 2.283,75 EUR ist und Sie keinen Beitrag von der Agentur für Arbeit bekommen, können Sie dennoch die niedrigere Mindesteinkommensschwelle von 1.522,50 EUR nutzen, indem Sie eine Beitragsermäßigung beantragen. Anschließend überprüft Ihre Krankenversicherung sowohl das Einkommen aus der Selbständigkeit als auch das Einkommen und das Vermögen des Familienhaushaltes.

Ergibt sich aus einer Vorauszahlungsmitteilung des Finanzamts, dass das laufende Erwerbseinkommen um mind. 25 Prozentpunkte niedriger ist als bei der letzen Lohnsteuerbescheide, kann der derzeit zu leistende monatliche Beitrag dementsprechend gekürzt werden. Die Mindestbetragsgrenze wird von 2283,75 EUR auf 1522,20 EUR mit einem Startbeihilfe oder einem Eintrittsgeld vom Arbeitsministerium gesenkt. So bezahlen Sie für die Kranken- und Krankenpflegeversicherung nur noch rund 270 statt rund 400 EUR.

Sie können auch ohne die Mittel des Arbeitsamtes eine Beitragsermäßigung bei Ihrer Krankenkasse bei einem Einkommen von weniger als 2283,75 EUR anstreben. Bei Ausbleiben des Anspruchs auf Krankheitsgeld ist der Beitrag zur Krankenversicherung um 0,6 %-Punkte geringer. Für den Mindestbeitrag bedeutet dies jedoch nur rund 14 EUR pro Monat. Selbständige sollten daher sorgfältig prüfen, ob sie auf ihren Leistungsanspruch für diesen Beitrag verzichtet werden soll.

Der Bund beabsichtigt im Sinne des Versichertenhilfegesetzes, die Mindestbemessungsschwelle für Selbständige von 2283,75 EUR zum 1. Januar 2019 zu halten. Wenn Sie selbstständig sind und sich über die Aufwendungen und Chancen der Pflichtversicherung informieren möchten, können Sie sich z.B. bei der Siemens Betriebskrankenkasse SBK rasch und unproblematisch informieren. Unter anderem werden die Selbständigen bei ihrem Krankenversicherungsbeitrag und der Frage informiert, ob es eine Minderungsmöglichkeit gibt - zum Beispiel durch Beantragung einer Beitragssenkung.

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